Anonymisiertes Fallbeispiel / Prozess-Workshop

Lieferantenqualifizierung wieder in Fluss bringen

Ein Kunde aus dem regulatorischen Umfeld stand nach einem Behördenaudit unter Druck: offene Lieferantenqualifizierungen, unklare Verantwortungsübernahme und zu viele Übergaben bremsten den gesamten Prozess. Statt vorschnell mehr Personal zu fordern, wurde der Ablauf von neuem Material bis zur vollständigen Lieferantenfreigabe end-to-end untersucht.

Anonymisiert: ohne Kundennamen, Logos und offene Leistungskennzahlen.
Workshopgruppe in einem größeren Raum vor Makigami-Board und Flipchart.

Der Prozess wurde mit allen relevanten Übergaben sichtbar gemacht, damit der Backlog nicht nur beschrieben, sondern strukturiert bearbeitbar wird.

Branche
Regulatorisches Umfeld im pharma-nahen Kontext
Workshopformat
Prozess-Workshop
Potenziale
mehr als 30 identifiziert
Folgearbeit
Backlog in ca. 3 Monaten abgearbeitet

Belastbare Eckdaten

Was im Workshop und in der Folgearbeit klar belegt ist

Die Fakten bleiben bewusst bei dem, was aus Workshop und Nachverfolgung sauber beschrieben werden kann. Offene Kennzahlen oder überdehnte Wirkungsbehauptungen werden nicht ergänzt.

45+ -> 0

Backlog offener Lieferantenqualifizierungen

Zu Beginn lagen mehr als 45 offene Qualifizierungen im Rückstand. In der Folgearbeit wurde der Backlog vollständig abgearbeitet.

80 %+

weniger Meetings zu Einzelqualifizierungen

Durch Visualisierung, Board-Steuerung und klarere Verantwortung sank der Bedarf an separaten Abstimmungsrunden deutlich.

>30

Potenziale identifiziert

Die Potenziale betrafen Prozessschritte, Übergaben, Formulare und fehlende Informationen.

Soll-Prozess

im Workshop entwickelt

Der Prozess wurde nicht nur analysiert, sondern in einen klareren Zielzustand überführt.

Kanban-Board

für die Steuerung aufgebaut

Zuerst als manueller Prototyp, danach als konkretes Lieferantenqualifizierungs-Board vor Ort.

Daily und Weekly

als Führungsrhythmus eingeführt

Die Routinen machten offene Qualifizierungen und Prioritäten regelmäßig bearbeitbar.

ca. 3 Monate

bis der Backlog abgearbeitet war

Die Folgearbeit stabilisierte den neuen Takt, bis der Prozess wieder im Fluss war.

Rahmen und Start

Branche, Ausgangslage und Einstieg

Die anonymisierte Darstellung bleibt bei Branche, Problemlage und Vorgehenslogik. Kundennamen und unnötig identifizierende Details werden bewusst nicht offengelegt.

Branche

Der Fall stammt aus einem regulatorischen Umfeld im pharma-nahen Kontext. Entsprechend hoch war der Anspruch an Nachvollziehbarkeit, saubere Freigaben und termingerechte Bearbeitung.

Ausgangslage

Auslöser war ein Behördenaudit mit Findings im Bereich der Lieferantenqualifizierung. Gleichzeitig wirkte der Gesamtprozess bereits vor dem Audit nicht stimmig und stand unter hohem Druck.

  • Nicht alle Lieferanten waren sauber qualifiziert
  • Viele Qualifizierungen lagen offen oder im Backlog
  • Viele Schnittstellen zwischen Fachabteilung, Management, Qualitätssicherung und Logistik
  • Fehlende oder unzureichende Informationen an den Übergaben
  • Aufgaben wurden nicht termingerecht abgearbeitet
  • Im Raum stand die Annahme, es fehle vor allem Personal

Einstieg

Der betrachtete Ablauf wurde konsequent als End-to-End-Prozess aufgesetzt: von der Aufnahme eines neuen Materials oder Wirkstoffs im System bis zur vollständigen Lieferantenfreigabe im System für die Bestellintegration.

Schon in der frühen Analyse wurde sichtbar, dass der Kern des Problems nicht nur im Volumen lag, sondern in Informationslücken, Verantwortungswechseln und unnötigen Übergaben.

  • Fehlende Informationen zu Beginn des Prozesses
  • Unklare Verantwortungsübernahme
  • Zu viele Abteilungswechsel
  • Hoher Anteil nicht wertschöpfender Tätigkeiten

Vorgehen

Vorgehen

Die Workshops dienten nicht nur der Beschreibung des Problems, sondern der gemeinsamen Prozessarbeit mit klaren Übergaben, priorisierten Potenzialen und anschlussfähiger Folgearbeit.

Im Workshop wurde zuerst der Ist-Prozess detailliert aufgenommen und danach ein Soll-Prozess entwickelt. Dabei ging es nicht nur um Prozessschritte, sondern auch um Formulare, Informationsqualität und das Zusammenspiel der beteiligten Bereiche.

Ein Teil der Maßnahmen wurde direkt im Workshop umgesetzt. Für die Folgearbeit entstand zunächst ein manueller Kanban-Prototyp, aus dem später ein konkretes Lieferantenqualifizierungs-Board im Bereich wurde.

Im Workshop sichtbar und bearbeitet

  • Ist-Prozess mit vielen Schnittstellen detailliert analysiert
  • Wertschöpfend- / nicht-wertschöpfend-Sicht angewendet
  • Verwendete Formulare gesichtet und bewertet
  • Mehr als 30 Potenziale identifiziert
  • Soll-Prozess entwickelt
  • Einzelne Schritte aus dem Prozess entfernt
  • Schnittstellen harmonisiert
  • Kanban-Board zur Steuerung aufgebaut
  • Daily- und Weekly-Meetings eingeführt

Wirkung und Folgearbeit

Ergebnis und nächster Schritt

Die Wirkung wird hier als Prozessklarheit, Verantwortlichkeit und bearbeitbare Folgearbeit beschrieben. Nicht belegte Zeit- oder Kosteneffekte werden bewusst nicht ergänzt.

Ergebnis

Nach dem Workshop lag ein klarerer Soll-Prozess vor. Unnötige Übergaben wurden reduziert, offene Qualifizierungen sichtbar gemacht und die Bearbeitung in eine priorisierte Steuerungslogik überführt.

Entscheidend war nicht eine überdehnte Erfolgsbehauptung zum Audit, sondern die Rückkehr zu Prozessklarheit und bearbeitbarer Folgearbeit.

Im Ergebnis sank auch der Besprechungsaufwand deutlich: Viele Einzelmeetings zu laufenden Qualifizierungen wurden durch Visualisierung und den gemeinsamen Takt ersetzt.

  • Klarerer Soll-Prozess
  • Weniger unnötige Übergaben
  • Mehr als 80 Prozent weniger Meetings zu Einzelqualifizierungen
  • Backlog von mehr als 45 offenen Qualifizierungen bis auf null abgearbeitet
  • Priorisierte Maßnahmen statt unsortierter Aufgabenliste
  • Sichtbarer Backlog und strukturierte Bearbeitung
  • Daily- und Weekly-Meetings als laufende Steuerung

Nächster Schritt

Nach dem ersten Workshop wurde die Umsetzungssteuerung über ein Kanban-Board im Bereich etabliert. Die Folgearbeit stabilisierte die Bearbeitung des Backlogs und machte den neuen Prozess im Alltag tragfähig.

In den Folgemonaten wurde der Backlog vollständig abgearbeitet. Nach etwa drei Monaten war der Prozess wieder im Fluss.

Workshopbilder

Bildmaterial aus dem Projektkontext

Die Bildauswahl bleibt bewusst knapp. Sie zeigt die Arbeitsweise im Workshop, nicht die Identität des Kunden.

Workshopgruppe steht im Raum vor mehreren Prozessboards und Flipchart.

Die gemeinsame Analyse machte sichtbar, wo Aufgaben zwischen den Bereichen liegen bleiben und wie der Bearbeitungstakt neu aufgesetzt werden muss.

Makigami-Board mit Prozessschritten, Markierungen und Übergaben.

Das Prozessbild diente als Arbeitsgrundlage, um Übergaben zu harmonisieren und unnötige Schritte aus dem Ablauf zu entfernen.

Passendes Workshopformat

Prozess-Workshop

Der Fall passt zum Prozess-Workshop, weil ein End-to-End-Prozess mit vielen Übergaben, Formularen und Verantwortungswechseln erst gemeinsam aufgenommen und danach in einen klareren Soll-Prozess überführt werden musste. Makigami diente dabei als Arbeitsrahmen.

Wenn Ihre Lage ähnlich aussieht, lohnt sich zuerst der Blick auf das passende Workshopformat und dessen Arbeitslogik. Von dort aus lässt sich klären, ob genau dieses Format passt oder ob der Einstieg anders geschnitten werden sollte.

Hinweis zur Anonymisierung

Anonymisiert: ohne Kundennamen, Logos und offene Leistungskennzahlen.

Nächster Schritt

Eigene Lage einordnen

Im Gespräch klären wir, ob Prozess-Workshop oder ein anderer Einstieg für Ihre Ausgangslage passt.